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From Detroit to Atlanta

Kabineninnenraum einer McDonald Douglas DC-9

Szenenwechsel – ich solle nicht in die Maschinen hineinkriechen, eröffnete mir der Vorarbeiter. Ich könnte durchbrechen – außerdem wieder die Möglichkeit, auf Getier zu treffen, das sich vor der Sonne in schattige Bereiche zurückzieht, d.h. Klapperschlangen, nistende Vögel, Spinnen. Natürlich klettere ich trotzdem rein.

Ich verstehe nicht, warum sich hier Getier aufhalten sollte – es ist unerträglich heiß und stickig. Ich befinde mich in einer alten DC-9. Die Sitze sind rausgerissen, der Boden ist übersäht mit riesigen Löchern, durch die man in den Laderaum spähen kann. Es ist allerdings so dunkel, dass man den Schrecken dort unten nur erahnt - also balanciere ich vorsichtig Richtung Cockpit. Die Innenverkleidung ist teilweise schwer beschädigt und hängt in skurrilen Formen in den Raum. Dazwischen Dämmmaterial, das zerrissen überall herumliegt. Kaum zu glauben, dass hier tausende Menschen im Regionalverkehr von Detroit nach Atlanta geschippert wurden. Wie gerne hätte ich mich jetzt auf 17A gesetzt und inne gehalten.

Ausgeschlachtetes Cockpit der DC-9

Das Cockpit ist ebenfalls ein big mess. 80% aller Instrumente sind ausgebaut – die Steuerknüppel der Piloten sind nach vorne geschoben, als wäre die Maschine gerade gelandet. Es fehlen die Scheiben, so dass eine leichte Brise herein zieht. Ich probiere einen Schalter, neben dem „Panel Lights“ steht. Nicht passiert – wäre ja auch ein Wunder! Ich kämpfe mich wieder zurück in die Kabine. Erst jetzt fallen mir die unendlich vielen Meter an Kabeln auf, die von der Decke hängen und an Fallstricke erinnern. Irgendwie bin ich erleichtert, als ich schließlich wieder an der hinteren Treppe angekommen bin, über die ich in das Heck des Flugzeugs geklettert bin.

Wieder draußen im Wüstensand erdolchen mich die Sonnenstrahlen geradezu und es dauert einige Zeit, bevor ich den mir eine Nummer zu groß geratenen Spider bemerke, der sich direkt auf dem Sucher meiner Kamera festkrallt. Im ersten Moment bin ich versucht, die Kamera von mir zu schleudern – hole tief Luft und stelle sie dann vorsichtig in den Sand. Der Spinne scheint es auf meinem Sucher zu gefallen, also muss ich etwas nachhelfen, damit sie sich verzieht. Im nächsten Schritt schüttle ich mich wie verrückt, um dem restlichen Getier habhaft zu werden, das sonst noch auf mir sitzen könnte. Auch hier erstatte ich Bericht, ohne zu erwähnen, dass ich mir die Spinne bei einer Kletterei im Flugzeuginneren eingefangen habe. Ob sie schwarz mit rotem Punkt war, erfragt mein Gegenüber – als ich verneine und sie als grau-schwarz gestreift beschreibe, bekomme ich nur ein Achselzucken und ein 'than dont't bother'!